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Kleine Wunderwerke: Gut zu Fuss

Geschrieben von wandern am 07.04.15 um 8:19 Uhr • Artikel lesen

Unsere Füße sind kleine Meisterwerke. Sie haben mehr Sinneszellen als das Gesicht, vollbringen Höchstleistungen und ermöglichen uns durch ihr komplexes Zusammenspiel von Knochen, Gelenken, Sehnen und Muskeln den aufrechten Gang. Daher sollte man seinen Füßen viel mehr Aufmerksamkeit widmen.

Der Fuß ist klein, hat aber eine komplexe Struktur“, sagt Univ.-Prof. Dr. Ernst J. Müller, Vorstand der Abteilung für Unfallchirurgie am Klinikum Klagenfurt. 26 kleine Knochen, etwa gleich viele Gelenke, 60 Muskeln, mehr als 100 Bänder und über 200 Sehnen sorgen dafür, dass der Mensch aufrecht durchs Leben gehen, laufen, springen und tanzen kann. „Der Fuß funktioniert durch ein intensives Zusammenspiel aller Teile. Der Schlüssel ist der reibungslose Ablauf der komplexen Funktionen“, erklärt Primar Müller.

Die Knochen im hinteren Abschnitt des Fußes liegen übereinander, im mittleren und vorderen Bereich nebeneinander. Dadurch hat der Fuß auf der Innenseite ein von hinten nach vorne verlaufendes Längsgewölbe und im vorderen Teil ein von innen nach außen verlaufendes Quergewölbe. Diese Gewölbe, die als Stoßdämpfer fungieren, werden durch Muskeln verspannt und durch Bänder und Sehnen stabilisiert. Gesunde Füße liegen somit nicht mit der gesamten Fläche auf. Aufgrund dieser ausgeklügelten Konstruktion wird das Körpergewicht perfekt verteilt. Darüber hinaus sind in die Sohlen Fettpolster eingebaut, die das Gewicht abfedern.

Beim modernen Menschen ortet Ernst J. Müller vor allem zwei Fuß-Probleme: Überbelastung und Unterforderung. „Wir muten unseren Füßen hohe Belastungen zu und kümmern uns zu wenig um sie. Sie tragen unser ganzes Gewicht und uns durchs Leben, aber wir behandeln sie stiefmütterlich“, sagt er. „Wir nehmen sie erst wahr, wenn etwas nicht mehr funktioniert.“ Dafür wurde im Klinikum Klagenfurt eine Fußambulanz eingerichtet, die sich speziell mit diesem Körperteil und seinen Problemen befasst. Hier werden einerseits Fußverletzungen nachbehandelt, andererseits Deformationen diagnostiziert und therapiert.

Vom Auto in den Lift – „Wir gehen zu wenig“, sagt Primar Müller. Und damit fehlt der Fußmuskulatur das Training. Denn Gehen sei die beste Übung für den Fuß, nach Möglichkeit barfuß oder zumindest in Schuhen, die dem Fuß maximale Freiheit lassen.„Besonders gut trainiert wird der Fuß beim Barfußgehen im Sand“, erklärt Tamara Auer-Lichtenegger, Lektorin an der Fachhochschule Kärnten im Studiengang Physiotherapie und selbstständige Physiotherapeutin. „Da muss die kleine Fußmuskulatur am meisten arbeiten.“

Schuhe als Belastung

Falsches Schuhwerk empfinden unsere Füße als Belastung. „Jeder Schuh gibt eine Form vor und zwingt den Fuß hinein“, meint Dr. Müller. Er behindert ihn dabei, jene Bewegungen auszuführen, für die ihn die Evolution bestimmt hat. Zu enge oder zu harte Schuhe verformen den Fuß und führen zu punktförmigen Überlastungen. Die so genannten Hühneraugen können entstehen.

Das Schlimmste, das man (besser gesagt: Frau) einem Fuß antun kann, ist ein spitzer, enger Schuh mit hohem Absatz und Plateausohle. Der eine oder andere Theaterbesuch oder Event wird da nicht viel ausmachen. Wer jedoch tagein, tagaus auf diese Art durch das Leben stöckelt, verkürzt die Achillessehne und überlastet den Vorfuß. Das kann so weit gehen, dass High-Heels-Trägerinnen gar nicht mehr den ganzen Fuß auf dem Boden aufsetzen können. Darüber hinaus werden sie in ein extremes Hohlkreuz gezwungen, sagt die Physiotherapeutin. Ein Plateau verringert zwar den Niveau-Unterschied zwischen Ballen und Ferse, verhindert jedoch das natürliche Abrollen.

Vor allem Kinder brauchen Barfußgehen für eine gesunde Entwicklung der Füße. Denn der Mensch kommt mit Plattfüßen zur Welt, die Gewölbe entstehen erst durch die Belastung in jahrelangem Training. Laut Statistik werden 98 Prozent der Säuglinge mit gesunden Füßen geboren, sagt die Physiotherapeutin. Doch bereits im Kindergarten- und Volksschulalter stellt man vermehrt Deformationen fest. Der Hauptgrund in ihren Augen: Die Kinder werden zu schnell in Schuhe gezwungen, noch dazu in die falschen. Eltern sollten bei der Wahl des Schuhwerks kritisch sein. „Wichtig ist die Größe. Man sollte bedenken, dass Kinderfüße binnen kurzer Zeit einen Zentimeter wachsen können. Daher unbedingt im Stehen probieren, und da muss zwischen großer Zehe und Schuhspitze ein Erwachsenendaumen Platz haben“, rät sie. Der Schuh sollte Halt geben, aber dennoch weich sein, um ein möglichst natürliches Abrollen zu ermöglichen. Das ist mit steifer Sohle nicht möglich. Zu Hause solltendie Kleinen jedoch barfuß oder in rutschfesten Strümpfen, den so genannten ABS-Socken, unterwegs sein.

Überbelastung beim Sport

„Verletzungen an den Füßen sind im Vergleich zum übrigen Skelett nicht so häufig“, sagt Primar Müller. Sie passieren entweder bei Unfällen, durch Stürze aus großer Höhe oder beim Sport. So ist der Riss der Achillessehne meist eine Folge von Überbelastung. „Eine gesunde Sehne kann nicht reißen“, erklärt der Arzt. Sie müsse entweder vorgeschädigt sein oder überbelastet werden. Das passiere oft Freizeitsportlern, die sich nicht regelmäßig sportlich betätigen und am Wochenende mit Hyperaktivismus und oft ohne vorheriges Aufwärmen an die Schmerzgrenze gehen –jedenfalls ein schwerer Fehler.

Belastungen sollte man nur langsam steigern, um die stützende und formende Muskulatur aufzubauen und nicht zu überfordern. So sind beispielsweise so genannte Ermüdungsbrüche im Mittelfußbereich eine typische Verletzung von Rekruten. Sie werden aus ihrem gemütlichen Leben zum Militär geholt und ohne große Vorbereitung auf einen Gewaltmarsch geschickt. Das macht so mancher Fuß dann nicht mit. Auch Übergewicht belastet die Füße bei jedem Schritt. Fußgesundheit beziehungsweise das Fehlen derselben hat Auswirkungen auf den ganzen Körper.

Wird der Fuß nicht richtig belastet, ändern sich auch andere Bewegungsabläufe. Betroffen sind nicht nur die angrenzenden Gelenke, wie das Sprunggelenk, sondern auch Knie, Hüfte und manchmal sogar die Wirbelsäule. Es kann aber auch umgekehrt sein. Der Orthopäde muss herausfinden, was zuerst da war – die Henne oder das Ei. Ist der Fuß schuld an den Problemen an der Hüfte oder wirkt sich das Hüftproblem auf den Fuß aus? Wird der Fuß falsch belastet – aus welchen Gründen auch immer – kann man das auch an der Hornhaut erkennen. Wer richtig auftritt, legt sein Gewicht auf den ersten und fünften Ballen, auf die Ferse und die Außenwand. Da darf sich dann auch Hornhaut bilden, denn sie ist ein Schutz bei mechanischen Belastungen.

Entsteht diese lokale Verdickung aber an anderen Stellen, ist es ein Zeichen dafür, dass das Gewicht zum Teil falsch verlagert wird. Der Experte setzt dazu unter anderem die Podometrie ein. Dabei wird die Druckverteilung des Fußdrucks im Stehen und Abrollen computergestützt gemessen. So können auch Details aus der Motorik, der Koordination und dem Zusammenwirken von Nervensystem und Bewegungssystem festgestellt, Diagnosen gestellt und Therapien festgelegt werden. Häufig vernachlässigt wird die Pflege der Füße. „Fußpflege ist kein Luxus, sondern gehört zur Gesunderhaltung der Füße dazu“, sagt die Physiotherapeutin und empfiehlt eine gründliche Pediküre pro Monat. So sollte sich die Hornhaut nicht in Wülste auswachsen. Vor allem ältere Menschen, die sich aufgrund sinkender Beweglichkeit nicht so gut um ihre Füße kümmern können, sollten unbedingt regelmäßig zur Fußpflege, meint sie.

Diabetikern empfiehlt sich darüber hinaus, die Füße regelmäßig und genau im Spiegel anzuschauen. „Bei Zuckerkranken ist die Tiefensensibilität der Haut gestört, sie bemerken daher eine Verletzung oder ein Problem nicht und belasten weiter“, erklärt Primar Ernst J. Müller. Daher gelte für sie ganz besonders, auf gutes und bequemes Schuhwerk zu achten. Häufig wurden speziell entwickelte Schuhe als Segen für Füße und den gesamten Körper gepriesen. Das ist zum Beispiel der MBT, der Masai-Barefoot-Technology-Schuh. Er hat eine in Laufrichtung abgerundete Sohlenform und einen Fersenweichteil. Diese Konstruktion bewirkt, dass man den Körper ständig aktiv im Gleichgewicht halten und dadurch trainieren muss. „Als Trainingsgerät ist er kurzfristig geeignet“, sagt Tamara Auer-Lichtenegger. Aber als Schuhwerk für alle Tage werden Muskulatur und Bandapparat zu sehr belastet. Schuhe, die das Barfußgehen simulieren, bringen laut Expertin „nicht so viel, weil der Reiz der Sohleauf dem Untergrund fehlt“.

Fußmassage

Neben echtem Barfußgehen, das sowohl für den Arzt als auch die Physiotherapeutin an erster Stelle steht, wenn es um die Erhaltung der Fußgesundheit geht, gibt es eine Reihe von Übungen, die man leicht zwischendurch zu Hause machen kann. So unterstützt das Stehen auf einem Bein die Sensomotorik der Füße. Auf Zehenspitzen stehen oder gehen trainiert Fußmuskulatur und Gleichgewichtssinn. Mit den Zehen Gegenstände aufzuheben, stärkt das Gewölbe und die kleine Fußmuskulatur.

Wechselbäder sowie kurzes Laufen auf Schnee oder taunassen Wiesen fördern die Durchblutung ebenso wie Fußmassagen, die auch die Spannung der Muskulatur ausgleichen. Dabei streicht man mit sanftem Druck mit Daumen oder Handballen von der Ferse bis zu den Zehen. Allabendliches Eincremen sollte man nicht auf das Gesicht beschränken, rät die Physiotherapeutin.  Eine Creme sanft in das Gewölbe hineinzustreichen sollte zur täglichen Fußpflege gehören. Alle diese Maßnahmen können dazu beitragen, dass man bis ins hohe Alter stets gut zu Fuß ist.

Hallux

Der Hallux valgus ist die häufigste Fehlstellung des Fußes und tritt oft in Verbindung mit dem Spreizfuß auf. Die Ursache ist zum Teil Veranlagung, aber meist das Tragen von zu engen Schuhen. Deshalb sind überwiegend Frauen betroffen. Der Fuß kann seine normale Stellung nicht mehr halten, er winkelt sich ab. Durch die Schiefstellung wölbt sich der Ballenbereich am Innenfuß vor. Eine deutliche Beule ist zu sehen und zu tasten. Im Extremfall kann sich die große Zehe unter oder über die zweite und dritte Zehe schieben, wodurch auch eine Überlastung der benachbarten Zehen, Gelenke und Mittelfußknochen entsteht. Bei einem massiven Hallux hilft nur noch ein chirurgischer Eingriff in Verbindung mit Physiotherapie zur Stärkung der Fußmuskulatur. Und der Umstieg auf bequemere Schuhe.

Fersensporn

Der Fersensporn ist eine knöcherne Ausziehung am Ansatz einer Bindegewebsplatte am Fersenbein und kann äußerst schmerzhaft sein.

Senkfuß

Von einem Senkfuß spricht man, wenn das Längsgewölbe abgeflacht ist. Die Extremform davon ist der Plattfuß. Dann liegt der Fuß vollständig auf. Ursache ist in den meisten Fällen Fußmuskelschwäche, häufig bedingt durch Bewegungsarmut oder Verletzungen. Konsequentes Fußmuskeltraining bringt den Fuß wieder in Form.

Spreizfuß

Beim Spreizfuß ist das Quergewölbe, das sich im Bereich des Vorfußballens befindet, durchgetreten, was man auch daran erkennt, dass sich auf den Mittelfußköpfchen 2 und 3 Hornhaut bildet. Häufigste Ursache dieser Deformation ist das Tragen hoher Absätze, welche die Belastung auf den Vorfuß im Vergleich zum physiologischen Gehen verfünffachen.

Bei Fußdeformationen können Einlagen in vielen Fällen die Probleme lindern. „Aber es ist eine passive Maßnahme. Aktives Trainieren der Fußmuskeln wird in jedem Fall notwendig sein“, meint Primar Müller. Auer-Lichtenegger spricht aus der Praxis:„Ohne Übungen geht gar nichts. Zu viel Unterstützung, wie sie Einlagen bieten, fördert die Faulheit der Füße. Einlagen sollten nur bei medizinischer Indikation verwendet werden.“

Schweißfüße

Fußgeruch, landläufig als „Schweißfuß“ bezeichnet, ist weniger die Schuld des Fußes als der Fußbekleidung. Sowohl die Handinnenfläche als auch die Fußsohle verfügen über eine große Anzahl von Schweißdrüsen, die von einem eigenen Zentrum im Zentralnervensystem gesteuert werden. Nackt ist der Fuß damit unauffällig, doch Socken und geschlossene Schuhe bewirken ein feuchtwarmes Mikroklima, in dem nicht nur die geruchsbildenden Bakterien hervorragend gedeihen, sondern das auch die Entstehung von Pilzen begünstigt.

Fußreflexzonen

In der Fußsohle soll sich der gesamte Körper widerspiegeln. Die Wirbelsäule, jedes Organ, jeder Muskel ist einer bestimmten Zone zugeordnet. Durch die sanfte Massage dieses Bereichs soll man den entsprechenden Körperteil positiv beeinflussen und in seiner Heilung unterstützen können. Das glaubten zumindest die Ureinwohner Nordamerikas. „Aus der indianischen Volksmedizin kam dieses Wissen auch nach Europa“, sagt Physiotherapeutin Auer-Lichtenegger. Die Fußreflexzonenmassage zählt zu den komplementärmedizinischen Methoden, ihre Wirkung ist wissenschaftlich nicht erwiesen. Die Bezeichnung Fußreflexzonen ist etwas verwirrend, da der Druck auf einen bestimmten Abschnitt in der Sohle keinen unmittelbaren Reflex im entsprechenden Organ auslöst. Gemeint ist, dass sich quasi die Landkarte des Körpers in der Fußsohle widerspiegelt.

Ein Beitrag aus dem Internetmagazin - FORUM Gesundheit - von Monika Unegg

Kommentar

„Wir kümmern uns viel zu wenig um unsere Füße. Sie müssen trainiert werden, damit sie gesund bleiben und ihre Funktion erhalten bleibt. Die beste Übung ist das Barfußgehen. Enge Schuhe schaden mehr, als es vielen Menschen bewusst ist.“
Univ.-Prof. Dr. Ernst J. Müller Vorstand der Abteilung für Unfallchirurgie am Klinikum

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