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FSME - Impfschutz für Sportfans

Geschrieben von webadmin am 23.05.16 um 11:16 Uhr • Artikel lesen

Der Verein zur Förderung der Impfaufklärung und seine Kooperationspartner rufen zum Jubiläum von 40 Jahren Impfstoffproduktion in Österreich die Kampagne „FSME-Impfung – Zeckenschutz in Rot-Weiß-Rot“ aus. Dabei weist der Verein besonders darauf hin, dass die FSME-Impfung ausschließlich einen Schutz vor der „Früh-Sommer-Meningo-Enzephalitis“ (FSME), nicht vor anderen durch Zecken übertragenen Krankheiten wie Borreliose, bietet.

Die Zahlen der jährlichen FSME-Erkrankungsfälle in Österreich sprechen eine deutliche Sprache, betont der hochkarätig besetzte Verein. Gab es 1979, bei einer Impfrate von lediglich 3 Prozent, 677 hospitalisierte Fälle von FSME, waren es 2015 nur 64 Fälle, bei einer Impfrate von 85% (jemals geimpfte Österreicher). Man kann also behaupten, dass dem Großteil der Bevölkerung die Gefahr der FSME bewusst ist, so der Verein in einer Presseaussendung. Dennoch gibt es Themenbereiche, die in Bezug auf FSME gerne unterschätzt oder vergessen werden. Da in Österreich immer noch FSME-Fälle auch mit bleibenden Schäden und Todesfolge diagnostiziert werden, sehen die Proponenten des Vereins Grund zu weiteren Anstrengungen, um die Anzahl der Erkrankungen weiter zu reduzieren beziehungsweise niedrig zu halten.

Impfschutz für Österreichs Sportfans

Frei nach dem Motto: „Es lebe der Sport!“, treibt beinahe jede zweite Frau und jeder zweite Mann in Österreich mindestens 150 Minuten Sport pro Woche. Die Ergebnisse im Detail:

  • 30 % der Österreicherinnen betreiben regelmäßig, das heißt mindestens einmal pro Woche Sport
  • 21 % sind gelegentliche Sportler, die zwei bis drei Mal pro Monat Sport betreiben
  • 19 % sind nur einmal pro Monat, oder sogar weniger sportlich aktiv
  • 30 % der Österreicher betreiben keinen Sport

 

Während im Winter das Schifahren Volkssport Nummer eins ist, sind Radfahren, Wandern und Laufen die Top-3 der beliebtesten Sommersportarten im Outdoor-Bereich.

Die Zecke als unerwünschter Sport-Partner

Freizeitaktivitäten in der Natur sind die häufigste Ursache für eine FSME-Ansteckung durch Zecken. Schon bei einem Spaziergang im Wald, auf der Bank am Spielplatz, beim Joggen im Park, beim Fahrradfahren oder Fußball spielen kann eine Zecke von einem Grashalm abgestreift werden. Das Risiko von einer mit dem FSME-Virus infizierten Zecke gestochen zu werden, besteht für Kinder genauso wie für Erwachsene. Entsprechend dem österreichischem Impfplan, wird die vorbeugende FSME-Schutzimpfung daher für alle Österreicher ab dem vollendeten ersten Lebensjahr empfohlen.

Besonders bei Aktivitäten wie dem Wandern in Wäldern, aber auch in städtischen Parks oder an Seeufern, sollte die Gefahr einer möglichen Infektion mit dem FSME-Virus nicht unterschätzt werden. Sogar in Höhen weit über 1.000 Metern können Zecken überleben. Wanderer und Bergsteiger sind also genauso gefährdet, wie die Spaziergänger im Park oder spielende Kinder. „Sport in freier Natur unterstützt die Gesundheit – aber man sollte dabei nicht auf schützende Vorsorgeimpfungen vergessen. Zecken sind schon ab circa sieben Grad Celsius aktiv und warten auch auf über 1.000 Metern Seehöhe auf uns“, so Dr. Christiane Körner, Präsidentin vom Verein zur Förderung der Impfaufklärung. Wer sich häufig sportlich in der Natur bewegt, sollte darum keinesfalls die FSME-Schutzimpfung und deren regelmäßige Auffrischung vergessen.

Nach Abschluss der Grundimmunisierung (bestehend aus 3 Teilimpfungen) sollte nach 3 Jahren zum ersten Mal aufgefrischt werden. Danach beträgt das Impfintervall 5 Jahre. Ab dem 60. Geburtstag sollte man Intervalle von 3 Jahren einhalten, da auch das Immunsystem altert. Die erste Grundimmunisierung kann ab dem vollendeten ersten Lebensjahr durchgeführt werden.

Wenn eine Impfung versäumt wurde

Bei Versäumnis einer Impfung oder längeren Impfabständen gelangt man, wenn mindestens zwei Teilimpfungen verabreicht wurden, mit einer einzigen FSME-Impfung wieder zurück ins reguläre Impfschema und kann die weiteren Auffrischungen nach Plan durchführen.

Was ist FSME?

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis ist eine Viruserkrankung, die zur Entzündung des Gehirns, der Hirnhäute und/oder des Zentralnervensystems führen kann. Rund 30 Prozent der Infizierten werden tatsächlich krank. Die Dauer vom Zeckenstich bis zum Ausbrechen der Erkrankung (Inkubationszeit) schwankt zwischen wenigen Tagen und einem Monat. Die Krankheit verläuft typischerweise in zwei Phasen: In der ersten Phase treten grippeartige Symptome wie Fieber, Kopfweh und Gliederschmerzen auf. Bei etwa einem Drittel der Infizierten kommt es nach einem symptomfreien Intervall von etwa einer Woche zur zweiten Phase, in der die Krankheit auf das zentrale Nervensystem übergeht. Je nach Schwere der Erkrankung kommt es zu entsprechenden Symptomen:

  • Starke Kopfschmerzen,
  • hohes Fieber bis über 40 Grad,
  • Nackensteifigkeit,
  • Verwirrtheit und/oder Bewusstseinsstörungen.
  • Es kann auch zu Lähmungserscheinungen, Gangstörungen, Krampfanfällen und/oder Atmungsstörungen kommen.

Im schlimmsten Fall kann die Erkrankung tödlich enden (bei 0,5-2 Prozent der Betroffenen).

Was vor FSME schützen kann

Insektenabwehrmittel halten die Zecken zwar auf Abstand, schützen jedoch nicht vor einer FSME-Infektion, sollte es zu einem Stich kommen. Die jährlichen Erkrankungszahlen sind seit den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts deutlich zurückgegangen, trotzdem erkranken in Österreich noch immer zwischen 50 und 100 Menschen jährlich – überwiegend waren sie nicht geimpft oder hatten die Impfung unregelmäßig aufgefrischt.

„Da FSME-Viren durch Zeckenstiche übertragen werden, kann man den Erreger nicht ausrotten, wie etwa bei Pocken oder Masern, wo eine alleinige Mensch-zu-Mensch Übertragung stattfindet. Mittels der FSME-Impfung kann sogenannte Krankheitskontrolle erreicht werden, das heißt jeder Einzelne muss durch eine Impfung geschützt werden, um die Erkrankung zu verhindern. Es nützt nichts, wie etwa bei Masern, wenn andere geimpft sind", sagt Univ.-Prof. Dr. Ursula Kunze, Generalsekretärin des Vereins zur Förderung der Impfaufklärung.

Generell sind drei Subtypen des FSME-Virus (Fernöstlicher, europäischer, sibirischer Subtyp) bekannt. In unseren Breiten ist der europäische Subtyp zwar vorherrschend, trotzdem tauchen immer häufiger andere Virussubtypen in für sie unüblichen Regionen auf. Dies passiert, wenn Zecken beispielsweise Zugvögel als „Taxi“ verwenden und sich so in anderen Gebieten niederlassen. Der nun seit 40 Jahren in Österreich produzierte Impfstoff generiert die Produktion von Antikörpern, die alle bekannten FSME-Virus Subtypen gleichermaßen neutralisieren.

Impfung wann und wo

In den meisten Fällen werden die Impfungen durch die Hausärztin oder den Hausarzt durchgeführt. Darüber hinaus kann man sich auch bei der Amtsärztin oder dem Amtsarzt in der Bezirkshauptmannschaft impfen lassen. Neben diesen Stellen führen vermehrt Schulen, größere Betriebe oder Gemeinden Impfaktionen durch. Auch die OÖGKK impft in ihren Dienststellen. Nähere Informationen finden Sie hier .

Grundsätzlich ist es wichtig zu wissen, dass frühestens nach zwei Teilimpfungen, die je nach Impfstoff in einem bestimmten Abstand durchgeführt werden sollten, ein Schutz vor FSME Erkrankung gegeben sein kann. Die Grundimmunisierung besteht aus insgesamt drei Teilimpfungen.

Anschließend müssen die Auffrischungstermine eingehalten werden, da ansonsten Lücken im Impfschutz entstehen können. Nach Abschluss der Grundimmunisierung muss nach drei Jahren zum ersten Mal aufgefrischt werden. Danach beträgt das Impfintervall 5 Jahre. Ab dem 60. Geburtstag reduziert sich das Intervall zwischen den Auffrischungsimpfungen wieder auf 3 Jahre, da das Immunsystem des Menschen altert.

Die erste Grundimmunisierung kann ab dem vollendeten ersten Lebensjahr durchgeführt werden. Bei Versäumnis einer Impfung bzw. längeren Impfabständen wird nach 2 oder mehr Teilimpfungen diese Impfung mittels einer einzigen Dosis nachgeholt, die Grundimmunisierung muss nicht neu begonnen werden.

Die geimpften Personen sollen unbedingt darauf aufmerksam gemacht werden, dass nach der ersten Teilimpfung der Grundimmunisierung noch kein kompletter Impfschutz besteht, und daher das Risiko einer Zeckenexposition vermieden werden soll.

Der FSME-Impfstoff kann das ganze Jahr über in jeder österreichischen Apotheke gekauft werden. Von Jänner bis inklusive Juli wird die Schutzimpfung im Rahmen der Impfaktion der Apothekerkammer zu vergünstigten Preisen angeboten.

Nähere Informationen zu Impfungen In Oberösterreich finden Sie hier .

Ein Beitrag aus dem Internetmagazin FORUM GESUNDHEIT von Mag. Christian Boukal / Verein zur Förderung der Impfaufklärung

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