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Peroneusparese – Schädigung des Wadenbeinnervs

Geschrieben von webadmin am 29.04.18 um 8:15 Uhr • Artikel lesen

Ist der Wadenbeinnerv geschädigt, sieht man das an der Bewegung des Betroffenen. Er zieht beim Gehen die Knie auffallend hoch, sein Gang ähnelt dem eines Storches. Wird die Ursache der Schädigung beseitigt, erholt sich der Nerv meist wieder. In manchen Fällen wird eine Therapie nötig, selten eine Operation.

Bei einer sogenannten Peroneusparese liegt eine Schädigung des Wadenbeinnervs vor. Diese kann den gesamten Nerv betreffen oder seine Teiläste (oberflächiger Ast und tiefer Ast). Nervenschädigung und Lähmung entstehen durch Kompression. Das heißt, bestimmte Ursachen führen dazu, dass der Nerv bedrängt wird, also Druck auf ihn ausgeübt wird. Die Kompression erfolgt in der oberen Wade, unterhalb des Knies. Dieser Bereich ist deshalb so sensibel, weil hier der Nerv nahe der Hautoberfläche entlangführt und nicht durch Muskeln geschützt ist. Eine weitere anatomisch verwundbare Stelle liegt im Sprunggelenksbereich.

Symptome

Gangschwierigkeiten/Lähmung: Auffällig sind Gangschwierigkeiten der Patienten. Betroffene können bedingt durch eine Lähmung der Fuß- und Zehenheber den Vorderfuß nicht heben. Die Zehen schleifen am Boden, die Fußspitze hängt herab. Ein Gang auf den Fersen ist nicht möglich. Damit die schlaffe Fußspitze beim Gehen nicht hängen bleibt, wird das Knie/Bein ungewöhnlich weit hochgezogen, das Gangbild ähnelt einem Storch (Storchengang, Hahnentritt oder Steppergang sind weitere Bezeichnungen des Phänomens). „Die Patienten kommen meist dann ins Krankenhaus, wenn sie wegen ihrer Behinderung beim Gehen zum Beispiel am Teppich hängen geblieben sind, stolpern und stürzen“, sagt Dr. Ioana Ciovica-Oel, Fachärztin für Neurologie am Neuromed Campus der Kepler Universitätsklinik Linz.

Der Grad der Lähmung der Fuß- und Zehenheber wird in eine geringe, mittelschwere und hochgradige Lähmung eingeteilt. Die Lähmung kann sofort eintreten oder sich langsam entwickeln. Ein Teil der Betroffenen kann zudem den seitlichen Fußrand nicht mehr aktiv heben, wodurch die Einwärtsdrehung des Fußes gestört ist, die Fußaußenkante steht gegenüber der Innenkante tiefer.

Sensibilitätsstörung: Je nachdem, auf welcher Höhe der Nerv komprimiert ist, kann es an verschiedenen Stellen zu Taubheit oder Kribbelmissempfindungen kommen. Vor allem am Fußrücken, am Unterschenkel (Vorderseite oder seitlich) oder zwischen dem großen und dem zweiten Zeh.

Häufig kommt es unbehandelt zu Stürzen und Verletzungen. Schmerzen gehören an und für sich nicht zu den typischen Beschwerden bei den üblichen Fällen einer Kompression (welche zum Beispiel durch übereinandergeschlagene Beine entstehen). Bei einem Trauma jedoch, oder wenn der Nerv stark beschädigt ist, entstehen oft Schmerzen.

Ursachen und Auslöser

Die möglichen Ursachen und Auslöser sind vielfältig. In den meisten Fällen entsteht der Druck auf den Nerv durch äußere Einwirkung. Häufig zu finden sind:

  • Beine übereinanderschlagen (sitzende Berufe), Yoga-Praktizierende
  • enge Schuhe/Stiefel
  • hockende Haltung: Stundenlanges Hocken, etwa bei der Gartenarbeit oder beim Fliesenleger (häufige Berufskrankheit)
  • enganliegender Gips
  • rasche und starke Gewichtsabnahme (Reduktion der Muskel/Fettpolsterung)
  • falsche Lagerung des Patienten auf dem OP-Tisch
  • Knie-, Becken- Hüft-, Oberschenkel-OP/Trauma; intramuskuläre Injektionen (Spritzenlähmung)
  • Verletzungen (Sport/Unfall), Fraktur, Fußumknicken, Nervendurchtrennung, Zerrung, Quetschung etc

Es gibt auch Fälle, in denen der Druck nicht durch äußere Einwirkung entsteht. Hier lösen im Knie- oder Sprungbereich lokalisierte Zysten kleine Tumore, anatomische Engstellen oder Gefäßausbuchtungen das Problem aus, indem sie auf den Nerv drücken. „Die Ursache sollte rasch gefunden werden, um schwere Schädigungen des Nervs zu vermeiden“, sagt Dr. Ciovica-Oel.

Lange Wanderungen oder sportliche Überanstrengungen führen bei untrainierten Personen mitunter zu ähnlichen Beschwerden. Es handelt sich dabei aber nicht um die Peroneusparese, sondern um das sogenannte Kompartmentsyndrom. Dieses betrifft die Muskulatur und ist schmerzhaft. „Die Wadenmuskeln schwellen in diesen Fällen durch die Belastung an und bedrängen dadurch den Wadennerv. Es handelt sich um eine Durchblutungsstörung des Nervs und eine sich rasch entwickelnde Lähmung. Ohne rasche operative Entlastung des Nervs kommt es zu irreversiblen Schädigungen“, erklärt die Neurologin.

Diagnose

Zuerst erfolgt ein Gespräch mit dem Patienten über etwaige Verletzungen, Vorerkrankungen, Beschwerden. Dann wird der Patient klinisch neurologisch untersucht (Reflexe, Motorik, Sensibilität, Gangbild). Mittels Messung der Nervenleitgeschwindigkeit wird der Grad der Schädigung erhoben. Mittels Nerv-Sonographie wird die Lage der Läsion lokalisiert. Mit MRT (Knie, Lendenwirbelsäule) erfolgt eine weitere anatomische Diagnostik.

Differenzialdiagnose: Sie ist ebenfalls nötig, man muss also andere Erkrankungen ausschließen, die ähnliche Beschwerden wie die Peroneusparese hervorrufen. Das wären:

  • Bandscheibenvorfall: Vor allem ein Vorfall auf Höhe L4/L5 ruft ähnliche Beschwerden hervor. Beim Bandscheibenvorfall stehen jedoch Schmerzen (Nervenwurzel L5) im Vordergrund. Auch das Gangbild ist auffällig (Watschel- oder Entengang).
  • Polyneuropathie: Bei dieser Erkrankung stehen Muskelschwäche und Gefühlsstörungen mit Mitbeteiligung weiterer Nerven im Vordergrund.
  • beginnende Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) - allerdings keine Sensibilitätsstörung
  • Schlaganfall.

Therapie

Die Therapie richtet sich nach der jeweiligen Ursache, dem Grad und der Dauer der Nervenschädigung. Primär ist der Auslöser festzustellen, dann die Nervenfunktion wiederherzustellen und, falls dies nicht möglich ist, Komplikationen zu vermeiden.

Verhaltensänderung: Bei kurzfristiger Kompression reicht oft eine Verhaltensänderung aus, um das Problem zu beheben. Konkret: Andere Sitzposition, andere Arbeitshaltung. In diesen Fällen ist die Prognose gut, der Heilungsprozess kann sich aber zwei bis drei Monate hinziehen.

Physiotherapie: Muskelaufbautraining, Nervenstimulation und Gleichgewichtstraining.

Schiene: Eine Peroneusschiene/Orthese hebt den Vorfuß mechanisch nach oben und ermöglicht ein sicheres Gehen. Auch orthopädische Schuhe sind hilfreich (Vermeidung von Umkippen durch Fußgelenkinstabilität).

Funktionelle Elektrostimulation: Ziel: langfristige Anregung der neuronalen Neubahnung.

Operation: Eine Operation wird dann in Betracht gezogen, wenn der Druck auf den Nerv lang andauernd war und der Nerv sich auch nach Beseitigung der Ursache und konservativer Therapie nach vier bis sechs Wochen nicht erholt.

Ziel einer Operation:

  • den Nerv dekomprimieren. „Verursachen Zysten, kleine Tumore oder Aneurysmen das Problem, indem sie permanent auf den Nerv drücken, sollten sie operativ entfernt werden, um bleibende Schäden zu verhindern“, sagt Dr. Ciovica-Oel.
  • bei schweren Verletzungen: Ist der Nerv durchtrennt, wird er wieder zusammengenäht. Meistens bleibt jedoch ein Funktionsausfall.

Verlaufskontrolle: Eine Verlaufskontrolle dient dazu, den Erfolg einer Behandlung festzustellen. Meist wird ein Patient einige Wochen nach Therapiebeginn nochmals untersucht.

Ein Bericht aus dem Internetmagazin "Forum Gesundheit" von Dr. Thomas Hartl

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